Erfahrungen und Experimente

Vorhang auf für das Theaterfestival „Halbstark“ / Heute: „Moses muss singen“ und „Ende sämtlicher Streckenverbote“

Träume und Tränen, Provokationen und Probleme, Fragen und Frust - die Gefühlswelt junger Menschen auf der Schwelle zur Jugend ist so emotional wie vielschichtig. Das spiegelt das Internationale Theaterfestival „Halbstark“. Vom 3. bis zum 10. November nimmt es zum ersten Mal in Münster 9- bis 13-Jährige in den Blick. Gemeinsame Veranstalter sind das Kulturamt, die Städtischen Bühnen und das Kultursekretariat Wuppertal. Wir stellen alle elf Produktionen aus Deutschland, Holland, Belgien und Dänemark vor. Zum Abschluss heute: „Moses muss singen“ und die Impro-Performance „Ende sämtlicher Streckenverbote“.

Moses muss singen

Mit „Moses muss singen“ möchte das Kinder- und Jugendtheater der Städtischen Bühnen jungen Zuschauern Lust auf mehr Theater machen. Dafür setzt es die Geschichte des Stotterer Moses in Szene. Der erhält von Gott den Auftrag, das unterdrückte Volk der Israeliten aus Ägypten zu führen. Doch Moses weigert sich. Er weiß, dass er kein guter Redner ist. Das Volk aber bleibt beharrlich. Wenn Moses nicht ordentlich sprechen kann, dann muss er eben singen.

Der Auszug der Israeliten ist Sinnbild für die Phase des Übergangs, die jeder junge Mensch durchläuft: Nach der behüteten Kindheit das eigene Leben in die Hand nehmen und Entscheidungen treffen, ohne zu wissen, was passieren wird - darum geht es im Kern.

Der junge polnische Komponist Prasqual arrangierte die Musik für das Stück, das die Theaterpädagogin und Dramaturgin Nicole Tharau für Kinder und jugendliche Zuschauer entwickelte. Regie führt Johannes Bergmann, die musikalische Leitung hat Thomas Jung.

Vorstellungen: Mittwoch, 3. November, 19 Uhr (Premiere), und Donnerstag, 4. November, 10 Uhr, im Kleinen Haus der Städtischen Bühnen.

Ende sämtlicher Streckenverbote

Die Produktion „Ende sämtlicher Streckenverbote“ erzählt keine fertige Geschichte. Sie fertigt vielmehr Geschichten, die durch Schauspieler, Regie und Gäste gesponnen werden und die alle eine Beziehung zur Gedankenwelt der 9- bis 13-Jährigen zwischen Kindsein und Offenheit für soziale Möglichkeiten haben.

Der Titel „Ende sämtlicher Streckenverbote“ bezieht sich auf die amtliche Bezeichnung für ein Verkehrsschild, das alle Verbote für den kommenden Verkehrsabschnitt aufhebt. Damit ist ein Wechsel von einer Ordnung in eine andere Ordnung verbunden. Auf der Bühne symbolisiert er den Wechsel zwischen den Regeln der kindlichen Welt und den Regeln neuer sozialer Welten.

Von diesem Wechsel, seinen Problemen, aber auch seiner Lebenslust will die Produktion erzählen. Dafür verlässt sie die klassische Theaterbühne und entwickelt ihre Geschichten musikalisch, tänzerisch und erzählerisch dort, wo sie stattfinden: beim Zuschauer. Produktion 11 lädt das junge Publikum dazu ein, das Theater als ein Ereignis zu verstehen, das etwas mit ihm zu tun hat.

Münsters Produktion 11 ist ein Experiment. Acht professionelle Kindertheatermacher haben sich für das Festival „Halbstark“ erstmalig zusammengetan und die Kindertheaterszene Münsters in all ihren Facetten sichtbar gemacht. Gleichzeitig werden durch die Zusammenarbeit mit dem niederländischen Regisseur Sybrand van der Werf neue Impulse gesetzt.

Vorstellungen: Dienstag, 9. November, 19 Uhr (Uraufführung), und Mittwoch, 10. November, 10.30 Uhr, im Kleinen Haus der Städtischen Bühnen.

Info: Kartenvorverkauf Theaterkasse Städtische Bühnen Münster, Telefon 02 51 / 59 09 100, online www.stadttheater.muenster.de.

Fotos:

Feiert bei „Halbstark“ Premiere: „Moses muss singen“ - eine Inszenierung der Städtischen Bühnen. Raphael Blume als Moses und Maximilian Strestik in der Rolle des Aaron. Foto: Michael Hörnschemeyer. Veröffentlichung mit dieser Pressemitteilung honorarfrei.

Die Produktion „Ende sämtlicher Streckenverbote“ erzählt keine fertige Geschichte. Sie fertigt vielmehr Geschichten, die durch Schauspieler, Regie und Gäste gesponnen werden. Foto: Matthias Zölle. Veröffentlichung mit dieser Pressemitteilung honorarfrei.

©2018 Kulturamt der Stadt Münster